Gedichte

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Weihnachten light  von Helmut Rauer-Rohländer

Überall auf den Tannenspitzen

sah ich Weihnachtsmänner sitzen

und als ich sie fragte, was sie da machen,

begannen sie alle, lauthals zu lachen.

Sie spreizten die Mäntel, als hätten sie Schwingen,

bestrebt, sich das Fliegen selbst beizubringen.

Sie sagten:"Man kann sich der Zeit nicht verweigern,

"Wir woll'n uns geschenkelogistisch doch steigern."


Mein Einwand "Was soll das, ihr habt doch die Schlitten",

der wurde verneint, was ich sagte, bestritten.

"Ja, früher da hatten wir Schlitten schon,

bis in die Zeit der Geschenkinflation.

Erst reichten die Zettel für Wünsche nicht,

dann hatten die Schlitten Übergewicht,

sind uns're Rentiere nur noch gekrochen

und unter Geschenklast zusammengebrochen.


Nur wenig Gespanne sind übrig geblieben.

Die Weihnachtsmänner müssen sie schieben.

Wobei sie auf himmlischen Autobahnstrecken

nicht selten verzweifelt im Superstau stecken.

Man könnte die Schlitten durch stärk're ersetzen,

auf genetische Tricks bei der Rentierzucht setzen.

Ist so was jedoch politisch korrekt?

Das Kabinett Petrus hält sich bedeckt.


Die Weihnachtsgewerkschaft ist's jedenfall leid.

Sie fordert als Lösung "Weihnachten light".

Das Geschenkgewicht wird, wie man erwägt,

begrenzt auf das, was ein Weihnachtsmann trägt,

wenn er ohne Schlitten und Rentiere fliegt

und das Eigengewicht im Beherrschbaren liegt.

Nur eines kann die Erfolgsaussicht trüben:

Dass wir uns nicht in Bescheidenheit üben.


Überall auf den Tannenspitzen

sah ich Weihnachtsmänner sitzen.

Nicht still und starr, nein, da war Regung.

Auf allen Etagen Rot-Weiß in Bewegung.

Wenn unten im Schnee jemand fluchte und kroch,

dann wusste ich: Klar, die üben halt noch.

Da sah ich auf einmal, wie Zweige sich bogen:

Ich glaube, der erste ist losgeflogen.

Copyright: Helmut Rauer, 2017

 

 

 

Der Klinik-Song von St.-Peter-Ording  von Helmut Rauer-Rohländer

Ich habe die Klinik betreten

und dachte gleich: Ich muss beten.

Ich hab in Gesichter gesehn

und fragte mich, wie soll das gehn?

Manch Auge so traurig, so leer,

und Beine, so müde, so schwer

und Seelen voll Kratzern und Wunden.

Wie sollen wir hier denn gesunden?

 

Refrain:

Wenn ich in Sankt Peter Ording

mit den Kaputten im Chor sing

und wenn wir mit Jörg und Jasmin

verlorn durch die Kneipenwelt ziehn,

ja dann singen wir unseren Hit:

Klinik, mach uns wieder fit.

 

Den einen, den stresst seine Frau,

den andern der Chef auf dem Bau,

den dritten die beiden zugleich

und der vierte ist einfach zu weich.

Den fünften hat die Hektik genervt,

den sechsten durch Mobbing verschärft.

Der Wahnsinn der Welt treibt sie her.

Manchen rettet die Klinik nicht mehr.

Refrain ...

 

Dem einen hilft Sporttherapie,

dem anderen Psychologie,

dem dritten die schöne Natur.

Uns hilft die nächtliche Tour.

Uns hilft in den Kneipen das Bier

und das Gefühl Wir sind Wir.

Und sei die Welt noch so gemein.

Gemeinsam ist keiner allein.

Refrain ...

 

Visite zum Schluss: Ich fass Mut

und sage, ich find's richtig gut,

dass ich mich selbst therapier

nach der Anwendung abends beim Bier,

sage prost mit strahlendem Blick

und die andern prosten zurück.

Bringt die Zukunft auch wieder Stress,

das sind Szenen, die ich nicht vergess.

Refrain...

Copyright: Helmut Rauer, 2017

 

 

 Weitere Texte

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Lied zur Landesgartenschau Hemer "Raudi Raupe, mach dein Ding"f
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 Pressestimmen 

Westfalenpost Menden, 18.9.2018

Helmut Rauer stellt im MAT sein erstes Soloprogramm vor... Im Gegensatz zu vielen Comedians scheut er auch vor heiklen Themen nicht zurück. .... greift öffentlich in den Medien geführte Debatten auf ... schafft es, das Publikum zum Mitsingen seiner Reime zu bewegen...  vertextet Heinz Erhardt wiedererkennbar, doch neu... Am Ende verlangen die Zuschauer nahezu gierig nach seinen kultigen Limericks ...

 

Süderländer Volksfreund, 1. 3. 2017

 "Der Versuchsballon ist gut gestartet", sagte Johannes Schmoll, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde Hönnetal, am Samstag zum ersten kabarettistischen Abend im Binoler Bahnhof. Mit dem Trio Honselmannn gelang den Eisenbahnfreunden ... ein Glücksgriff. ... für Johannes Schmoll erfolgreich auch mit Blick auf die Besucherzahlen."

 

Westfalenpost Menden, 13. 6. 2016

 "Kabarettistischer Sturm bricht los. Trio Honselmann bringt St. Vincenz zum Wackeln und begeistert Publikum...Am Ende gab es donnernden Beifall."

 

Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, 1. 10. 2015

"Blödeleien, Dichtkunst und viele lokale Perlen... Ein Abend, den man besser nicht verpasst hätte."

 

Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, 8. 11. 2013

"Kleinkunst mit reichlich Lokalkolorit hatte das Trio Honselmann mit in den Letmather Gewölbekeller gebracht. Helmut Rauer ließ seinem kabarettistischen und schauspielerischen Talent freien Lauf - und zwar mit Vollgas. Sabine Collatz, die als Sängerin satirische Lieder beisteuerte, schlüpfte in die Rolle einer Berliner Taxifahrerin und zog über den "Millionen-Bischof" her. Maximilian Paroth fügte seinen vielen musikalischen Talenten nun auch noch die kunstvolle Begleitung des kabarettistischen Liedes zu. ...Das war spitze."

 

Westfalenpost Menden, 17. 6. 2014

"Wie kann es sein, dass die Kabarettisten Helmut Rauer und Sabine Collatz immer wieder Stoff für ein Bühnenprogramm zusammenbekommen? So schlimm kann Menden doch gar nicht sein. Doch, noch viel schlimmer. ... Gewohnt bissig ließen sich Helmut Rauer und Sabine Collatz aus ... bevor sie sich mit ihrem Menden-Lied vom begeisterten Publikum im MAT verabschiedeten."